Historie

Unsere Apotheke residiert an einem geschichtsträchtigen Ort. Über viele Jahrhunderte war hier der alte Dorfkrug.

Das berühmte Landbuch von Kaiser Karl IV. gehört zu den bedeutendsten statistischen Erhebungen des späten Mittelalters. Viele Dörfer der Mark Brandenburg werden im Landbuch von 1375 erstmals urkundlich erwähnt, so auch Fredersdorf. Das Besondere: Bereits 1375 ist von einem Dorfkrug (lat. taberna) die Rede.
1730 wird berichtet, dass "der Krüger zu Fredersdorf sein Bier beliebig aus Strausberg, Köpenick oder Altlandsberg nehmen konnte, er holte es aber aus Altlandsberg, weil es dort am besten war. Der Bierverbrauch in Fredersdorf, durch das keine Landstraße führte, war ein sehr bedeutender. Nach den amtl. Angaben der Accise hatte der Fredersdorfer Krüger von 1723-1729 an 974 Tonnen, d.h. jährlich 139 Tonnen Bier allein aus Altlandsberg geholt."

Das 19. Jahrhundert

In den 1830er Jahren wird Christian Madel in Fredersdorf Krüger. Er hat neun Kinder, von denen wahrscheinlich fünf das Erwachsenenalter erreichen. Als er 1872 stirbt, übernimmt sein Schwiegersohn Friedrich Glockauer, Sohn des Wirts "auf dem Holländer bei Schöneiche" im ehemaligen Klein Schönebeck den "Alten Krug". Sein Nachfolger Albert Hörnicke ist ein Enkel von Christian Madel.

Lange Zeit bleibt das Gebäude inklusive Tanzsaal einstöckig.

Fredersdorf hat 1801 nur 160 Seelen, 1856 bereits 313 und wächst bis 1890 auf 1200 Einwohner.

Das 20. Jahrhundert

Auf dem Bild ist das Ehepaar Hörnicke mit seinen vier kleinen Töchtern zu sehen.

Um 1905 erfolgt die Erweiterung: Das Haus wird aufgestockt.
Nach dem frühen Tod ihres Mannes 1909 führt die junge Witwe den Betrieb weiter. Rudolf Madel, der zweite Mann der Wirtin, erhält 1919 seine Gewerbegenehmigung und bleibt Wirt, bis die DDR den Dorfkrug in eine Handelsorganisation umwandelt.

Als die gegenüberliegende Kirche 1960 zwei neue Glocken erhält, entstehen die ersten Farbfotos des "Alten Eimers", wie der Dorfkrug inzwischen in Fredersdorf genannt wird. Noch ist der alte Stuck vorhanden.

Im Oktober 1989 sieht das Gebäude ungenutzt aus. Eine Videothek zieht ein.

Renovierung des Gebäudes

1992 kauft Frank Ausserfeld den Alten Krug und eröffnet 1993 die Kastanien-Apotheke. Im Laufe der Zeit renoviert Herr Ausserfeld das Gebäude mit viel Liebe zum Detail. Alte Fotos helfen dabei, dem Haus sein ursprüngliches Aussehen wieder zurückzugeben. Nach diesen Vorgaben lässt er die Fenster nach- und einbauen. 2016 erfolgt die Renovierung der Kastanien-Apotheke. Das Design der Einrichtung orientiert sich auch an den ursprünglichen historischen Gegebenheiten wie den Fensterrahmen.